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Sprachniveau B1: Was du können musst und wofür du es brauchst

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B1 ist die dritte von sechs Stufen des Gemeinsamen europäischen Referenzrahmens: Du verstehst die Hauptpunkte, wenn es um vertraute Dinge aus Arbeit, Schule und Freizeit geht, und sprichst und schreibst einfach, aber zusammenhängend. In Deutschland ist B1 die Grenze für zwei Anträge: die Einbürgerung und die Niederlassungserlaubnis. Nachweisen kannst du es mit einem Zertifikat wie telc Deutsch B1.

Was bedeutet Sprachniveau B1?

Der Referenzrahmen kennt sechs Stufen: A1, A2, B1, B2, C1 und C2. B1 ist die dritte von unten; darüber liegen noch B2, C1 und C2.

Die globale Skala des Europarats beschreibt B1 in vier Sätzen. Übertragen auf den Alltag in Deutschland heißt das:

Fertigkeit Was du auf B1 kannst
Verstehen die Hauptpunkte in klarer Standard­sprache, bei vertrauten Themen aus Arbeit, Schule, Freizeit
Alltag die meisten Situationen meistern, die dir unterwegs im deutschsprachigen Raum begegnen
Schreiben einfache zusammen­hängende Texte über vertraute Themen
Sprechen über Erfahrungen, Ereignisse, Ziele berichten und Meinungen und Pläne kurz begründen

telc formuliert es konkreter: Gespräche über Familie, Hobbys, Arbeit und aktuelle Ereignisse, die Grammatik im Allgemeinen korrekt. Was B1 von der nächsten Stufe trennt, steht in Unterschied B1 und B2, was B2 heißt, in Sprachniveau B2.

Wofür brauchst du B1 in Deutschland?

An drei Stellen ist B1 ausdrücklich die Grenze:

Wofür Was gilt Grundlage
Einbürgerung Sprachprüfung der Stufe B1, laut Bundes­innen­ministerium mündlich und schriftlich § 10 Abs. 4 StAG
Niederlassungs­erlaubnis «ausreichende» Deutsch­kenntnisse, und ausreichend heißt B1 § 2 Abs. 11 AufenthG, § 9 Abs. 2 Nr. 7
Integrations­kurs Ziel sind ausreichende Sprach­kenntnisse; die Abschluss­prüfung DTZ bescheinigt A2 oder B1 § 43 Abs. 2 AufenthG

Dazu kommt der Berufssprachkurs: Ohne abgeschlossenen Integrationskurs brauchst du für ihn einen Nachweis über mindestens B1. Für Arbeitgeber, Ausbildung oder Hochschule gibt es keine allgemeine Stufe, dort entscheidet die jeweilige Stelle.

Von der Pflicht zu B1 bei der Einbürgerung gibt es Ausnahmen: Wer es wegen Krankheit, Behinderung oder Alter nicht schaffen kann, ist befreit; Kinder unter 16 brauchen altersgemäßes Deutsch.

Wie weist du B1 nach?

Am einfachsten mit einem Zertifikat, auf dem B1 steht. Die üblichen Wege:

  • telc Deutsch B1 (Zertifikat Deutsch), entwickelt von telc, dem ÖSD, der Schweizer EDK und dem Goethe-Institut. Die Stadt Karlsruhe verlangt in ihrem Einbürgerungs-Merkblatt genau dieses Zertifikat, mündlich und schriftlich.
  • Deutsch-Test für Zuwanderer mit dem Ergebnis B1, wenn du ihn im Integrationskurs gemacht hast. Steht dort A2, reicht er nicht. Den Vergleich der beiden Prüfungen findest du in DTZ oder telc B1.
  • Ohne neue Prüfung: ein früheres B1-Zertifikat, vier Jahre an einer deutschsprachigen Schule, ein deutscher Schul- oder Berufsabschluss oder ein deutschsprachiges Studium, so jedenfalls das Karlsruher Merkblatt.

Welchen Nachweis deine Behörde annimmt, fragst du dort, bevor du dich anmeldest. Was die Einbürgerung außer der Sprache verlangt, steht auf Deutschtest für die Einbürgerung.

Wie prüft telc Deutsch B1 das Niveau?

In zwei Teilen, die getrennt zählen. Schriftlich hast du 150 Minuten: Lesen und Sprachbausteine in 90 Minuten ohne Pause, Hören etwa 30 Minuten, Schreiben einer E-Mail 30 Minuten. Mündlich sprichst du meist zu zweit etwa 15 Minuten, nach 20 Minuten Vorbereitung.

Für das Zertifikat brauchst du 60 % in beiden Teilen: 135 von 225 Punkten schriftlich und 45 von 75 mündlich. Ein gutes Ergebnis im einen Teil gleicht den anderen nicht aus. Das ist wichtig, weil die Behörden B1 mündlich und schriftlich verlangen – das Zertifikat bescheinigt beides nur, wenn beide Teile bestanden sind. Wie die Punkte auf die Aufgaben verteilt sind, steht auf telc Deutsch B1 Prüfung.

Woran merkst du, ob du schon auf B1 bist?

Am besten an den Aufgaben, mit denen B1 geprüft wird. telc stellt einen Übungstest mit Audio kostenlos bereit; nimm ihn mit Uhr und ohne Wörterbuch. Drei Stellen sagen am meisten:

  • E-Mail. Kannst du in 30 Minuten auf eine Nachricht antworten und dabei vier vorgegebene Punkte behandeln? Auf B1 reicht ein kurzer, sinnvoller Satz pro Punkt; bewertet werden Aufgabenerfüllung, Aufbau und Korrektheit.
  • Hören. Verstehst du in Teil 1 das Wesentliche beim ersten Hören? Teil 1 läuft nur einmal, Teil 2 und 3 zweimal.
  • Sprechen. Kannst du über ein Thema sprechen und danach mit jemandem etwas planen, mit Vorschlägen und Gründen? Diese beiden Teile bringen je 30 der 75 mündlichen Punkte.

Fehlt dir in einem dieser Teile viel, ist das der Teil, den du vor der Anmeldung übst – nicht das ganze Deutsch.

Fragen

Ist B1 ein gutes Deutsch?+
B1 ist die mittlere Stufe: Laut telc verständigst du dich einfach und zusammenhängend in Alltag und Beruf. Über dir liegen noch B2, C1 und C2.
Reicht ein DTZ mit A2 für die Einbürgerung?+
Nein. Das Gesetz verlangt B1; der DTZ zählt nur, wenn auf dem Zertifikat B1 steht.
Muss ich B1 immer mit einer Prüfung nachweisen?+
Nicht immer. Das Merkblatt der Stadt Karlsruhe nennt etwa vier Jahre erfolgreichen Besuch einer deutschsprachigen Schule oder einen deutschen Schul- oder Berufsabschluss.
Wie lange dauert die B1-Prüfung von telc?+
Der schriftliche Teil 150 Minuten, die mündliche Prüfung zu zweit etwa 15 Minuten nach 20 Minuten Vorbereitung.

Quellen

Teste dich im Prüfungsformat

Ein kompletter Test pro Niveau ist kostenlos: mit Timer, mit Bewertung für Schreiben und Sprechen und deinen Punkten gegen 60 %.

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